Jahresbericht 2017

Vorweg: Ich möchte hier lediglich einen Diskussionsansatz schaffen. Ich spreche auf meiner gesamten Homepage keine Kauf- und Verkaufsempfehlungen aus. Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich. Bitte beachtet dazu auch meinen rechtlichen Hinweis nach WPHG am Ende der Seite bzw. in meinem Impressum.

Im Folgenden seht ihr meinen zweiten Jahresbericht (2017), welcher der erste über ein vollständiges Kalenderjahr ist. Der Aktienmarkt befindet sich weiterhin in einer Hausse und hat 2017 nochmals stark an Fahrt aufgenommen. Dabei lag die Performance meines Portfolios weit hinter der des S&P 500 und in etwa auf dem Niveau des DAX. Doch dazu später mehr. Ich werde im Folgenden wieder auf jede in 2017 gekaufte und verkaufte Position in meinem Portfolio eingehen.

Eine wichtige Anmerkung noch vorweg: Bei sämtlichen Bewertungen ist natürlich die jeweilige Landeswährung ausschlaggebend für mich, ob ein Unternehmen günstig oder teuer bewertet ist. Da ich allerdings nur meine Einkaufspreise in Euro habe, werde ich hier meistens nur diese angeben.


Positionen

Novartis und Roche

Novartis und Roche handele ich kurz zusammen ab, denn beide sind in der Pharmabranche tätig. Außerdem liegen die Hauptsitze beider Unternehmen lediglich wenige hundert Meter in Basel auseinander. Zudem gehört Novartis etwa ein Drittel der Anteile von Roche, sodass diese Unternehmen ohnehin eine große Verbindung haben. Beide gehören in der Pharmaindustrie weltweit zu den ganz großen. Trotzdem sehe ich Roche als meinen größten Fehler in diesem Jahr an (letztes Jahr war es der Kauf von Amazon). Nicht der Kauf von Roche ist für mich ein Fehler, sondern der Preis, zu dem ich gekauft habe.

Eine Anmerkung dazu: Ein Fehler ist für mich, wenn ich Unternehmensanteile über ihren Wert kaufe. Egal ob der Kurs nach meinem Kauf steigt oder fällt. Wenn ich ein Unternehmen günstig kaufe, die Kurse weiter fallen und ich (vorübergehend) auf dem Papier Verlust mache, ist das für mich kein Fehler.

V.F. Corp.

Die amerikanische Bekleidungsfirma V.F. Corp. hat es nur ca. 9 Monate in mein Depot geschafft. Was mir gut an der Firma gefällt, ist dass sie auf starke Marken setzen. Dazu gehören z.B. Vans, Timberland und The North Face, um nur ein paar zu nennen. Durch diese beliebten Marken, welche für gute Qualität stehen und angesagt sind, können sie höhere Preise verlangen als für No-Name-Produkte und haben dadurch einen gewissen Burggraben. Zudem ist V.F. Corp. sehr aktionärsfreundlich, die Dividende wird stetig erhöht und Aktien werden zurückgekauft. Als dann Anfang 2017 der Kurs etwa ein Drittel seit dem Allzeithoch gefallen ist und mir die Bewertung vernünftig erschien, habe ich V.F. in mein Depot geholt. Nach einer etwa 40 prozentigen Kurssteigerung auf Dollarbasis in 9 Monaten, schätzte ich den Kurs als etwas teuer ein und verkaufte meine Anteile wieder. Aufgrund des starken Euros gegenüber dem Dollar war mein Gewinn (leider) nur etwa 20 % nach Steuern und Transaktionskosten. Das Geld ging dann in die Firma Omnicom (siehe weiter unten).

Phillips 66

Phillips 66 wurde nach meinem Kauf sofort meine mit Abstand größte Position. In Deutschland ist das Unternehmen allerdings eher unbekannt, weshalb ich die einzelnen Geschäftsbereiche kurz vorstellen möchte:

  • Raffinerien: Insgesamt 13 Raffinerien in den USA und Europa haben eine Kapazität von bis zu 2,2 Millionen Barrel Rohöl pro Tag.
  • Midstream: Phillips 66 besitzt ein riesiges Pipelinenetz (über 18.000 Meilen) in den USA für den Transport von Gas und Rohöl. Dazu gehören auch mehrere Standorte für die Lagerung.
  • Marketing & Schmierstoffe: Der Großteil hiervon ist der Verkauf von raffinierten Mineralölprodukten (z.B. Benzin) in den USA und Europa. In Deutschland gehören z.B. die JET-Tankstellen zu Phillips 66.
  • Chemie:  Die Chemie-Sparte besteht aus einer 50%-Beteiligung an Phillips Chemical Company (CPChem). Die andere Hälfte gehört Chevron.

Phillips 66 macht auch viel für seine Aktionäre. Dazu gehört die regelmäßig erhöhte Dividende und die stetigen Aktienrückkäufe. Außerdem gehört Phillips 66 aus meiner Sicht zu den Unternehmen mit einem riesigen Burggraben. Es ist meiner Meinung nach kaum möglich, Phillips 66 aus dem Markt zu drängen, allein das Pipelinenetz ist einmalig. Trotzdem hat sich aufgrund des starken Rückgangs des Öl-Preises im Jahr 2016 der Gewinn halbiert. Solche Krisen bei fantastischen Unternehmen sind eine sehr gute Gelegenheit, um als Value-Investor einzusteigen, weshalb ich bei Phillips 66 langfristig keine Bedenken habe und bei erneut tiefen Kursen gerne meine Position erhöhe.

BASF

Etwa ein Jahr nach meinem Kauf der Unternehmensanteile von BASF, habe ich diese im ersten Quartal 2017 für 88,82 Euro je Aktie mit einem Nettogewinn von über 40 % wieder verkauft. Den Preis halte ich für BASF zwar nicht überteuert, aber auch nicht für wirklich billig. Deshalb habe ich das Geld lieber in das damals aus meiner Sicht günstiger bewertete Unternehmen Phillips 66 gesteckt. 

IBM

IBM oder auch Big Blue genannt hat seit einigen Jahren einen Umsatzrückgang. Der riesige Strategiewechsel, hin zu Dingen wie Cloud, Sicherheit, Big Data und Blockchain, hat also seinen Preis, was viele Anleger skeptisch macht. Dadurch sind aus meiner Sicht allerdings IBM-Anteile aktuell zu einem guten Preis zu haben, denn IBM verdient weiterhin etliche Milliarden Dollar und teilt diese gerne mit seinen Aktionären. Da außerdem Warren Buffett seine zahlreichen Anteile immer weiter verkauft, steht der Kurs zusätzlich unter Druck. Allerdings müsste sein Ausverkauf Anfang 2018 zu Ende sein. Zudem sollte auch 2018 oder 2019 der Umsatz wieder steigen, sodass die Chance gut steht, dass der Kurs in den nächsten Jahren wieder zunimmt. Hier heißt es also wie so oft: Geduld haben.

CVS Health

CVS Health betreibt etliche Apotheken in den ganzen USA verteilt, wobei das eigentlich mehr als nur Apotheken sind. Dort gibt es auch Beauty-Abteilungen und gesunde Speisen. Des Weiteren gibt es mehr als 1.100 Walk-in-Kliniken, in denen sich Kunden mit kleineren Krankheiten/Verletzungen schnell und ohne Termin untersuchen lassen können. Die danach benötigten Medikamente können sie gleich in der angeschlossenen Apotheke von CVS Health mitnehmen bzw. einkaufen. Diese Synergie ist natürlich fantastisch.

Zudem bietet CVS einen Versandhandel (auch für verschreibungspflichtige  Medikamente) an, sodass ein Gang in die Apotheke überflüssig wird. Auch Omnicare, der landesweit führende Anbieter von Apothekendienstleistungen für den Langzeitpflegemarkt und Coram, das jeden Monat Zehntausende Patienten mit wichtigen Infusionsdiensten und Expertenunterstützung versorgt, gehören zu CVS. Auch im Bereich Digitalisierung macht CVS Fortschritte, sodass es inzwischen eine App gibt, mit der Patienten bzw. Kunden ihre Medikamente, Post etc. verwalten können.

Seit dem Hoch im Juli 2015 bei ca. 112 Dollar ging es für den Aktienkurs bergab. Ein Grund ist sicherlich die Angst vor Online-Konkurrenz (insbesondere Amazon). Bei 70,58 Euro (knapp 80 Dollar) habe ich zugeschlagen, denn das Geschäft bei CVS läuft sehr gut, und die Bewertung erschien mir günstig. Angst am Markt ist für Value-Investoren oft eine gute Möglichkeit, bei guten Unternehmen einzusteigen.

Inzwischen hat CVS veröffentlicht, dass man den Versicherer Aetna für ca. 69 Milliarden Dollar übernehmen will. Inklusive übernommener Schulden beläuft sich der Kauf sogar auf 77 Milliarden Dollar. Diese hohen Kosten haben natürlich erst mal für einen weiteren Rücksetzer gesorgt. Auch wenn es vielleicht noch eine paar Jahre dauert, bis sich das Investment bezahlt macht, bin ich langfristig weiterhin von CVS überzeugt und sehe auch viele Synergien, die durch die Übernahme von Aetna entstehen. Hier erinnere ich mich gerne an den Rat von Andre Kostolany: Aktien kaufen, Schlaftabletten nehmen und sich in vielen Jahren über die Gewinne freuen. Ich bin jedenfalls sehr zuversichtlich.

British American Tobacco

British American Tobacco (BAT) gehört insbesondere nach der Übernahme von Reynolds zu den größten Tabakkonzernen der Welt. Insgesamt vertreibt BAT über 50 verschiedene Tabak-/Zigarettenmarken (z.B. Lucky Strike, Pall Mall, Camel etc.) weltweit. Zudem hat BAT auch eine eigene E-Zigarettenmarke. Als Ende Juli 2017 die US-Gesundheitsbehörde mitgeteilt hat, dass sie künftig eine deutliche Reduzierung des Nikotingehalts in Zigaretten gesetzlich Regeln wollen, gab es einen starken Abverkauf bei sämtlichen Tabakkonzernen. Dies habe ich genutzt, um Anteile an BAT zu kaufen.

Starbucks

Starbucks gehört sicherlich nicht zu meinen Schnäppchen, die ich in meiner bisherigen Börsenlaufbahn gemacht habe. Hier habe ich eher für einen fairen als für einen günstigen Preis gekauft. Doch Starbucks ist inzwischen die größte Kaffeekette der Welt mit über 15.000 "Coffee Houses" in 50 Ländern. Und die Marke "Starbucks" hat sich inzwischen zu einem guten Burggraben entwickelt, sodass Kunden gerne bereit sind, höhere Preise für Kaffee (und auch Tee) zu zahlen als anderswo. Dies ist natürlich gut für die operative Marge (über 18 %) und schließlich für uns Aktionäre.

Durch die enorme Größe verlangsamt sich das Wachstum natürlich immer mehr, sodass die hohe Bewertung seit über 2 Jahren geringer wurde (der Aktienkurs hat sich seitdem kaum verändert), weshalb ich nun zugeschlagen habe. Auch Starbucks verwöhnt seine Aktionäre mit Aktienrückkäufen und einer stetig wachsenden Dividende.

BB Biotech

Im September 2017 habe ich mich von meinen BB-Biotech-Anteilen mit einem Nettogewinn von ca. 30 % wieder getrennt. Mit dem Management bin ich weiterhin zufrieden, allerdings verstehe ich nicht so viel von den einzelnen Unternehmen, an denen BB Biotech beteiligt ist, wie ich im Jahresbericht 2016 bereits geschrieben habe. Da ich mich ausschließlich auf die Dinge konzentrieren möchte, die ich verstehe, habe ich mich von den Unternehmensanteilen getrennt. Nun ist Berkshire Hathaway meine einzige Beteiligungsgesellschaft in meinem Depot. Diese werde ich auch weiterhin behalten, denn hier verstehe ich die einzelnen Unternehmen, an denen Berkshire beteiligt ist.

Synchrony Financial

Synchrony Financial ist für mich mein bester Kauf im Jahr 2017. Tolles Geschäftsmodell mit einem guten Burggraben, hohe Gewinne und Cash Flows, sehr aktionärsfreundlich (Dividende + Aktienrückkäufe) und eine niedrige Bewertung. Aus diesem Grund wurde Synchrony Financial direkt meine zweitgrößte Position im Depot.

Aber was macht diese Firma eigentlich? Ich muss zugeben, ich habe sie auch erst Mitte des Jahres kennen gelernt, als Berkshire Hathaway Anteile von Synchrony Financial gekauft hat. Das Hauptgeschäft von Synchrony Financial sind Kreditkarten, allerdings nicht unter einem eigenen Label (wie z.B. Visa oder MasterCard dies tun), sondern für Firmen. So gehören zu ihren Kunden unter anderem Amazon, Walmart und TJ Maxx (der Ableger TK Maxx ist in Europa bekannt). Nebenbei bietet Synchrony Financial auch für seine Kunden Personalschulungen und Marketing an. Auch auf Kundenbindung legt Synchrony Financial großen Wert, so ist ein Kunde von Synchrony Financial im Durchschnitt etwa 19 Jahre lang Kunde.

Im Gegensatz zu vielen anderen Firmen aus der Kreditbranche vergibt Synchrony Financial auch Kredite an Leute mit einer geringeren Bonität. Dadurch ist natürlich die Ausfallquote höher, was dadurch ausgeglichen wird, dass sie dafür höhere Zinsen verlangen können.

Auch wenn ich in den Jahresberichten nicht so sehr über meine Bewertungen schreiben möchte (das würde den Rahmen sprengen, wenn ich das bei jedem Unternehmen machen würde), werde ich hier zumindest einen kurzen Einblick liefern.

Bei meinem Kauf von Synchrony Financial lagen in etwa folgende Zahlen vor:

  • Ausstehende Aktien: 795.300.000
  • Aktienkurs: ca. 30 Dollar
  • Daraus ergibt sich eine Marktkapitalisierung von ca. 24 Milliarden Dollar
  • Gewinn 2016: 2,25 Milliarden Dollar
  • Davon werden etwa 477 Millionen an Dividende ausgeschüttet (0,15 Dollar je Quartal) und ein einjähriges Aktienrückkaufprogramm von 1,64 Milliarden Dollar. Somit gehen 2,11 Milliarden Dollar zurück an die Aktionäre. Bezieht man dies auf die Marktkapitalisierung, erhält man eine jährliche Rendite von 8,79 % (2,11/24 = 0,0879).
  • ACHTUNG: Das heißt nicht, dass jedes Jahr der Aktienkurs inkl. Dividenden um 8,79 % steigt. Ich bewerte immer nur Firmen, was der Aktienkurs macht, ist mir egal, denn ich glaube, dass dieser sich langfristig dem Unternehmenswert anpasst. Mir wäre es eigentlich sogar lieber, wenn der Kurs so bleibt, wie er ist, als wenn er steigt. Nehmen wir doch mal an, der Kurs bleibt gleich und die Gewinne bleiben auch gleich. Kauft dann Synchrony Financial jedes Jahr weiterhin zu dem niedrigen Kurs Aktien im Wert von 1,64 Milliarden Dollar zurück, gehört mir nach etwa 15 Jahren die komplette Firma, da nur noch meine Aktien übrig bleiben. Natürlich wird dies nie so weit kommen, sondern der Kurs steigt und passt sich dem Wert der Firma an.

Nun muss man sich dann nur noch die Frage stellen, wie sicher das Geschäft und die damit verbundenen Gewinne sind (also der Burggraben). Die aktuelle Rendite kann nämlich noch so hoch sein, dies wird uns nichts nützen, wenn die Gewinne der Firma einbrechen.

Mich allerdings hat das Geschäftsmodell überzeugt und bei günstigen Kursen kaufe ich gerne noch weiter nach.

Bayer

Bayer habe ich mir nochmals genauer angeschaut (insbesondere die teure Übernahme von Monsanto). Ich kam zu den Entschluss, dass der Kurs etwas zu hoch war, weshalb ich im vierten Quartal (2017) meine Anteile bei 115 Euro mit einem Gewinn von ca. 30 % verkauft habe. Das Geld investiere ich lieber in Unternehmen, welche meiner Meinung nach günstiger bewertet sind.

Omnicom

Das US-amerikanische Unternehmen Omnicom gehört zu den führenden Marketingunternehmen der Welt und ist in über 100 Ländern tätig. Zu ihren Angeboten gehören Marketing-Lösungen für Markenwerbung, Kundenbeziehungsmanagement, Medienplanung und -einkauf, Öffentlichkeitsarbeit etc. Auch hier habe ich nach einer Korrektur (etwa 25 %) die günstige Bewertung zum Einstieg genutzt. Der Kurs hat sich zwar bis Jahresende gegenüber dem Tief wieder um gut 10 % erholt, allerdings macht sich das wegen des starken Euros, wie bei so vielen anderen amerikanischen Unternehmen, in meinem Depot kaum bemerkbar.

Metro Wholesale & Food Specialist

Metro hat sich 2017 ganz frisch in zwei Firmen aufgespaltet. Zum einen in die neue Metro (Lebensmittelhandel) und zum anderen in den Elektrohandel (Ceconomy). Zur Ceconomy gehören die bekannten Elektrohändler MediaMarkt und Saturn. Hier sehe ich keinen großen Burggraben, denn Elektronik kann auch bequem Online (z.B. bei Amazon) gekauft werden.

Bei der neuen Metro hingegen sieht das für mich ganz anders aus. Hier ist Metro in etlichen Ländern im Großhandelssegment tätig, aber auch das in Deutschland bekannte Handelsunternehmen real gehört dazu. Den großen Burggraben sehe ich aber noch mehr im Großhandelsbereich, welcher auch den Großteil des Metro-Geschäftes ausmacht. Denn Firmen- bzw. Gewerbekunden beziehen ihre Ware weiterhin hauptsächlich im Großhandel und hier zählt Metro zu den Big Playern. Deshalb habe ich die niedrige Bewertung im dritten Quartal zum Kauf genutzt.

 

Marine Harvest

Marine Harvest gehört zu den weltweit größten Produzenten von Lachs. Ein enormer Vorteil von Marine Harvest ist die geografische Verteilung, denn sie züchten ihren Lachs in etlichen Ländern über den ganzen Globus verteilt. So können sie nicht nur schnell ihre Produkte in über 70 Länder liefern, sondern auch das Risiko stark senken, denn fällt z.B. eine Ernte einer Farm wegen Krankheit der Tiere aus (die Lachslaus ist z.B. eine große Gefahr in der Branche), sind die restlichen Farmen in anderen Gebieten/Ländern nicht davon betroffen.

Da Marine Harvest sehr gut in der Branche aufgestellt ist, die Bewertung meiner Ansicht nach zu meinem Kaufzeitpunkt fair war und ich denke, dass die globale Nachfrage an Zuchtlachs weiter steigen wird, habe ich auch hier zugeschlagen.


Allgemeines zum Markt

2017 war ein verrücktes Jahr in Sachen Kryptowährungen. Die bekannteste - Bitcoin - ist 2017 von knapp 1.000 Dollar auf über 19.000 Dollar gestiegen, wobei der Kurs bis zum Jahresende wieder auf unter 14.000 Dollar gefallen ist. Andere Kryptowährungen hatten sogar eine noch beeindruckendere Performance. Ich kann allerdings den ganzen Hype um Kryptowährungen nicht verstehen. Die Hoffnung auf schnelles Geld bringt Menschen, die vorher nichts mit Börse am Hut hatten, dazu, in Bitcoins oder andere Kryptowährungen zu "investieren". Kaum einer stellt sich die Frage, welcher Wert eigentlich dahinter steckt. Leider ist dies in vielen Bereichen so. So "investieren" Menschen Geld in Lotto-Scheine, um finanziell unabhängig zu werden, obwohl die erwartete Rendite negativ ist, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen. Auch wenn das Beispiel weit hergeholt ist, ist es doch immer die übertriebene Hoffnung auf enorme Gewinne, die dafür sorgt, dass Menschen Geld in schlechte Investments "anlegen". Natürlich kann man auch eine Runde Lotto zum Spaß spielen, wenn man zur Abwechslung etwas Nervenkitzel braucht, aber nicht mit mehreren hundert oder sogar tausend Euro, obwohl man für das Alter noch nicht mal richtig vorgesorgt hat.

Doch zurück zu Kryptowährungen: Ich sehe dort keinerlei Burggraben, welcher die aktuellen Preise rechtfertigt. Kryptowährungen sind für Fachleute relativ leicht zu erschaffen, wie man an der immer größer werdenden Anzahl an Kryptowährungen sieht. Mir ist natürlich bewusst, dass nicht jede Kryptowährung gleich ist, sondern jeweils andere Spezifikationen hat. Aber allein der Begriff Währung ist für mich schon irreführend, denn sogenannte "Kryptowährungen" sind keine offiziellen Währungen. Und falls jemals eine Regierung auf die Idee kommt, eine Kryptowährung einzuführen, wird sie mit ziemlicher Sicherheit keine bestehende nehmen, sondern eine eigene kreieren, um diese auch zu regulieren. Aber wer das nicht glaubt, kann gerne mal versuchen, eine neue Währung aus Münzen und Scheinen zu erschaffen und dann die EZB davon überzeugen, dass eure Währung nun das neue offizielle Zahlungsmittel sein soll. 

Ich als Value-Investor werde auf jeden Fall keinen Cent in Kryptowährungen investieren.

Als Zweites möchte ich noch etwas zur aktuellen Hausse sagen. Immer wieder spreche ich mit Leuten, die Angst vor dem nächsten Crash haben und mich fragen, ob man nicht etwas Geld in Gold investieren und seine Cashquote erhöhen sollte. Und ich muss sagen, ich habe keine Ahnung, wann der nächste Crash kommt, genauso wie wohl jeder andere. Es kann heute noch sein oder in mehreren Jahren. Sicher ist nur, dass er kommt. Da ich es aber nicht vorhersagen kann, versuche ich es auch gar nicht, denn was nützt es, Zeit für etwas zu verschwenden, das man nicht kann. Ich konzentriere mich darauf, sehr gute Investments zu finden. Gold allerdings gehört für mich nicht dazu. Gold kann nichts, es erwirtschaftet nichts und es liegt nur rum. Hierzu vielleicht noch zwei Zitate von zwei der besten Investoren der Welt:

 

"Gold is a great thing to sew into your garments if you're a Jewish family in Vienna in 1939, but I think civilized people don't buy gold, they invest in productive businesses."

(Charlie Munger)

 

"It’s a lot better to have a goose that keeps laying eggs than a goose that just sits there and eats insurance and storage and a few things like that."

(Warren Buffett)

 

Da Bilder bekanntlich mehr als tausend Worte sagen, hier noch eine Grafik, welche aufzeigt was aus einem Dollar in den verschiedenen Anlageklassen seit 1801 wurde:

Quelle: https://pbs.twimg.com/media/DQ2UgJuWAAAFRYV.jpg (19.02.2018)


Performancevergleich

Jahr  S&P 500 Euro Stoxx 50 DAX Mein Portfolio
2016 (ab 22. Februar)  15,08 % 12,15 %  19,92 %  27,33 %
2017  19,42 % 6,49 %  12,51 %  11,40 %
Gesamt seit 22.02.2016  37,43 % 19,43 %  34,93 %  41,85 %

Hinweis: Transaktionskosten, Steuern und Dividenden sind bereits in der Performance meines Portfolios berücksichtigt.

Mit einer Performance weit hinter dem S&P 500 und knapp hinter dem DAX nimmt mein Portfolio in diesem Jahr Platz 3 in meinem kleinen Ranking ein. Nur der Euro Stoxx 50 performte 2017 schlechter als mein Portfolio. Ein großer negativer Effekt, welcher meine Rendite geschwächt hat, war der starke Euro gegenüber dem Dollar, da über 60 % meines Portfolios aus Dollar-notierten Unternehmen besteht. Rechnet man diesen Effekt raus, würde mein Portfolio allerdings weiterhin hinter dem S&P 500 liegen. Wie schon im letzten Jahresbericht erwähnt, wird es Jahre geben, in denen ich schlechter bin als meine Vergleichsindizes. Dies ändert natürlich nichts an meiner Überzeugung von der Value-Strategie, sondern ist unvermeidlich. Wichtig ist letztendlich die langfristige Performance.

Nichtsdestotrotz bin ich mit dem Jahr 2017 nicht vollständig zufrieden, freue mich aber schon auf das Jahr 2018.


Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG: Der Autor hält Positionen an vielen der in diesem Artikel genannten Unternehmen, die von einer etwaigen aus der Publikation resultierenden Kursentwicklung profitieren.


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