Meine Anlagephilosophie


Ich selbst bezeichne mich als Value-Investor. Das grundlegende Ziel ist es, Unternehmensanteile günstiger zu kaufen, als ich deren (inneren) Wert schätze.

Doch bevor ein Investor zum Investieren in Unternehmensanteile (Aktien) kommt, sollte er sich seiner Anlagephilosophie bewusst sein und diese natürlich konsequent befolgen. Selbstverständlich ist es möglich, hin und wieder kleine Änderungen vorzunehmen, da jeder mit der Zeit an Erfahrung dazugewinnt. Das kann z.B. durch Fehler (eigene oder die von anderen) geschehen, aber auch durch Erfahrungsaustausch mit anderen Investoren. Die Grundpfeiler der Anlagephilosophie sollten sich allerdings im Wesentlichen nicht ändern. Meine Grundpfeiler sind die Folgenden:

1. KENNE DEINEN KOMPETENZBEREICH

Oft meinen Menschen bei jedem Thema mitreden zu können und wissen angeblich alles besser. Für mich ist es wichtig, zum einen unterscheiden zu können, was ich kann und was ich nicht kann, und zum anderen, dies auch mir selbst und meinen Mitmenschen einzugestehen. Man kann in der Regel nur in den Dingen gut sein, die man auch versteht. Daran ändert sich nichts, wenn man anderen oder sich selbst etwas vormacht. Je eher man das erkennt, umso effektiver kann man sich um seinen Kompetenzbereich kümmern.



2. FEHLER EINGESTEHEN

Niemand ist perfekt. Es werden immer wieder Fehler gemacht, sei es privat, auf der Arbeit oder eben bei Anlageentscheidungen. Wichtig ist es, sich und seinen Mitmenschen diese Fehler einzugestehen. Nur so kann man effektiv daran arbeiten, diese Fehler nicht zu wiederholen und sein Vorgehen zu verbessern.



3. Kaufe unternehmen, nicht aktien

Wenn ich Unternehmen bewerte, stelle ich mir vor, wie es wäre, das ganze Unternehmen zu kaufen. Ich schaue mir an, was ich für die Firma zahlen muss und was ich dafür bekomme. Eine wichtige Schlussfolgerung aus diesem Punkt ist, dass ich in Unternehmen investiere und nicht in einen Aktienchart oder Ähnliches. Die Aktien sind nur das Mittel zum Zweck.



4. INVESTIERE LANGFRISTIG

Kurzfristiges Auf und Ab an der Börse vorherzusagen liegt wahrlich nicht in meinem Kompetenzbereich, weshalb ich es gar nicht erst versuche. Ziel ist es, eine langfristig vernünftige Rendite zu erzielen. Ein Verlust in einem Jahr ist deshalb nicht schlimm. Ich gehe sogar so weit, dass ein Jahr, in dem z.B. sämtliche Indizes (Dow Jones, DAX etc.) um 20 % eingebrochen sind und mein Portfolio ein Minus von 10 % hat, ein besseres Jahr ist als ein Jahr, in dem alle Indizes um 20 % gestiegen sind und mein Portfolio nur um 10 %. Langfristiges Investieren heißt für mich aber nicht, dass ich jede Aktie bis in alle Ewigkeit halten muss. Bin ich mit einem Unternehmen nicht mehr zufrieden oder ist der Kurs so hoch gestiegen, dass das Unternehmen in meinen Augen stark überbewertet ist, bin ich auch bereit, Aktien zu verkaufen und das Geld in günstigere Unternehmen zu investieren.



5. ÜBE DICH IN GEDULD

Viele Menschen schauen täglich auf den Aktienchart und bekommen schon bei den geringsten Schwankungen Angst oder sogar Panik. Ich investiere in Unternehmensanteile, wenn ich von der Firma überzeugt bin und mir der aktuelle Kurs günstig oder fair erscheint. Habe ich einmal die Aktien gekauft, habe ich die Disziplin, geduldig (das können auch etliche Jahre sein) zu warten. Dies ist konform zum 4. Punkt (INVESTIERE LANGFRISTIG). Geduld ist aber auch beim Kaufen wichtig. Viele Investoren haben Angst, etwas zu verpassen, wenn der Aktienkurs ihnen immer weiter davonläuft, sodass sie schließlich irgendwann doch zu einem höheren Preis einsteigen, als sie es ursprünglich wollten. Bin ich von einem Unternehmen überzeugt und der Preis (Kurs) ist mir aktuell zu hoch, kann ich viele Jahre geduldig warten, bis mir der Preis fair erscheint. Dies ist auch überhaupt kein Problem, denn es gibt immer wieder genug gute Chancen am Aktienmarkt und ich muss schließlich nicht bei jeder Aktie dabei sein.



6. RISIKO WIRD NICHT DURCH DIVERSIFIKATION VERRINGERT

Die weit verbreitete Meinung besagt, dass das Risiko geringer wird bei höherer Diversifikation. Gäbe es 1000 sehr gute Unternehmen zu einem günstigen Preis, würde ich dieser These zustimmen. Ich würde in jedes dieser Unternehmen ein Tausendstel meines Vermögens investieren und mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine sehr gute Rendite erzielen. Leider sieht die Realität anders aus. Es gibt meistens nur sehr wenige gute Unternehmen zu einem angemessenen Preis. Die Kunst ist es, diese zu finden und zu kaufen, auch wenn vielleicht viele andere Menschen genau diese Unternehmen gerade meiden. Meiner Meinung nach senkt man nicht das Risiko, indem man sein Portfolio mit guten Aktien durch andere schlechtere Aktien erweitert. Ich finde, dass man stattdessen nur seine Renditechancen verschlechtert.



Am meisten geprägt ist meine Anlagephilosophie wohl von Warren Buffett, über den ich inzwischen mehrere tausend Seiten gelesen habe und der in meinen Augen der beste Investor der Welt ist (mit dieser Meinung bin ich wohl nicht alleine). Aber auch sein Partner Charlie Munger, sein Lehrer Benjamin Graham oder der legendäre Investor Peter Lynch sind große Vorbilder für mich, die auch einen großen Teil zu meiner Anlagephilosophie beigetragen haben.


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